Jetzt wird’s exotisch – Bilocate kommen aus Jordanien, einem schwarzen Fleck auf der Metallandkarte und nach einer überzeugenden Hörprobe im Netz war der Kontakt mit Mastermind Ramzy schnell hergestellt. Es dauert dann zwar einige Zeit bis die CD den Weg in meine heimische Stube fand, aber das Warten hat sich definitiv gelohnt. Eine derart ausgefallene Mischung aus Death Ingridenzien, versehen mit Doom Einflüssen, sowie leicht spürbaren Anleihen an den Black Metal (im vocalen Bereich) und Fusion Elementen kennzeichnen dieses Debütalbum.
Besonders flexibel in seiner Ausrichtung Sänger und Texter Ramzy Essayed, von gelegentlichen Gekreische über tiefe Growls bis Flüsterpassagen oder markerschütternde Schreie hat der Mann alles drauf, er versteht es formidabel seinen Gesangsstil der jeweiligen Grundstimmung der Songpartgs anzupassen und bildet ein unglaublich schlagfertiges Doppel mit den Keyboardteppichen seines Bruders Waseem, der es einfach draufhat den Kitsch bei aller Tristesse außen vor zu lassen. Das gefühlvoll mit Gitarrenintro und schwarz melancholischer Stimme versehene „Passage“ bzw. die Horrorfilmflair versprühende Halb Instrumentalnummer „Shrouded“, stehen im krassen Gegensatz zu Mammutstücken der Sorte „A Deadly Path“, das von einem bedrohlichen Spoken Words Teil eingeleitete, teils wütende, dann wieder melodische, mit sicken Gitarrenläufen versehene „The Tragedy Within“ oder dem längsten je von einer arabischen Metalband verfassten Song „A Desire To LEave“, der mit fast 20 Minuten einer Death/Doom Oper mehr als nahe kommt und die gigantische Tragweite dieser Ausnahmecombo manifestiert. Abwechslung pur, keine der gut 60 Minuten lässt den Hörer unberührt, hier wird mit Gefühlen jongliert als wäre das die einfachste Sache der Welt
Die Jordanier vereinen die schwarz-melodische Seite neuerer Craddle of Filth mit der unendlichen Traurigkeit des Doom Metal Genres, garnieren dies mit einer bedrohlich sicheren Opeth Melancholie und sind für mich derzeit ganz klar die Überraschung des noch jungen Jahres. Alle die es etwas „anders“ mögen sollten in diese Kleinode der härteren Ausrichtung reinhören, faszinierende Band, aus einem faszinierenden Land mit faszinierender Musik
Wertung: 4.5 von 5.0
Autor: reini (11. Jänner 2006)